Chancen und Herausforderungen für die (offene) Erforschung von großen Online-Plattformen
Online-Veranstaltung am 30. Juni (13:15 bis 14:45 Uhr) mit Simone Ruf, Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF)
Registrierung unter folgendem Link: https://fu-berlin.webex.com/weblink/register/r9fe0ce62cb9536e2356e0be01b26d909
Hintergrund: Im Februar 2024 wurde der europäische Digital Services Act (kurz DSA, deutsch: Gesetz über digitale Dienste) innerhalb der EU und damit auch in Deutschland vollständig anwendbar. Mit dem DSA legt die EU ein Regelwerk vor, um digitale Plattformen, Dienste und Produkte wirkungsvoller und einheitlicher zu regulieren. Der DSA richtet sich unter anderem an Akteure wie X, Meta, TikTok oder Google. In dem Gesetz sind etwa Regeln festgelegt, nach denen digitale Online-Plattformen Inhalte entfernen oder auch wieder freischalten müssen, sowie wie sie darüber mehr Transparenz verschaffen sollen. Zur Bemessung und Eindämmung von sogenannten systemischen Risiken hält der DSA Regelungen bereit, die dem Schutz Minderjähriger dienen oder die Transparenz von Werbung ermöglichen sollen, etwa in Bezug auf suchtförderndes Design oder illegale beziehungsweise gefährliche Inhalte.
Auch enthält der DSA in Artikel 40 ein Recht auf Forschungszugang: Forschende haben seit Oktober 2025 die Möglichkeit, über eine Registrierung auf dem Data Access Portal Daten von sehr großen Online-Plattformen und -Suchmaschinen zu bekommen und zu analysieren (weitere Informationen dazu beispielsweise bei der Bundesnetzagentur). Die Veranstaltung am 30. Juni bietet eine Einführung in diese neue und für viele Forschende noch unbekannte Thematik. Wir wollen die Regelungen des DSA insbesondere im Zusammenhang mit den Maßgaben von Open Research, Forschungsdaten bzw. Open Data diskutieren.
Über die Referentin: Die Juristin Simone Ruf von der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) begleitet die Einführung des DSA in die Praxis seit langem, setzt sich kritisch mit dem Regelwerk sowie mit den Reaktionen der Plattformen darauf auseinander. In ihrem Input wird die juristische Expertin die Hintergründe des DSA erläutern, die Potentiale des darin enthaltenen Forschungszugangs ausloten sowie die Chancen und Herausforderungen des Rechtsinstruments für die offene Forschung diskutieren. Anschließend wird es Gelegenheit für Fragen und gemeinsame Diskussion geben.
Die Veranstaltung richtet sich an Forschende mit Schwerpunkt digitale Plattformen insbesondere aus der Medien- und Kommunikationswissenschaft, aus den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, aus den Rechtswissenschaften und weiteren Forschungsfeldern, sowie an Mitarbeitende aus Bibliotheken, Archiven und anderen Infrastruktureinrichtungen. Auch Studierende und andere Interessierte sind selbstverständlich willkommen. Juristische Kenntnisse sind nicht erforderlich.
- Termin: Dienstag 30. Juni von 13:15 bis 14:45 Uhr, online via Webex (Registrierung)
- Referentin: Simone Ruf (Gesellschaft für Freiheitsrechte, Center for User Rights)
- Organisiert von: Open Research Office Berlin samt Legal Helpdesk Berlin, AG Medienindustrien der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) und FID Media samt der Servicestelle Urheberrecht
- Organisationsteam: Stefan Cravcisin, Georg Fischer, Aziza Hentschel, Kai Matuszkiewicz und Lies van Roessel
Für die Teilnahme ist eine Registrierung unter folgendem Link erforderlich: https://fu-berlin.webex.com/weblink/register/r9fe0ce62cb9536e2356e0be01b26d909 Der Link zur Teilnahme wird nach Registrierung per Mail zugesandt.